Krebspreis der Krebsliga Schweiz
Mit dem Krebspreis der Krebsliga Schweiz werden Persönlichkeiten gewürdigt, die sich mit herausragenden Forschungsarbeiten oder durch die engagierte Förderung wissenschaftlicher Tätigkeiten zur Prävention, Früherkennung sowie Bekämpfung von Krebs ausgezeichnet haben. Die Auszeichnung dient auch als Anerkennung für Verdienste für die Krebsliga Schweiz und ihre Ziele. Der Preis ist mit 10000 Franken dotiert und wird in der Regel jedes Jahr verliehen.
Urs Metzger
© KLS
Ausgezeichnet mit dem Krebspreis 2011 wurde
Prof. Dr. med. Dr. h.c. Urs Metzger für sein Engagement als ehemaliger Präsident der Krebsliga Schweiz, für seinen Einsatz als Experte im Bereich der Darmkrebsprävention sowie für seine Verdienste in der Erforschung und chirurgischen Behandlung von Patientinnen und Patienten mit Darmkrebs.
Als Chefarzt der Chirurgischen Klinik und Medizinischer Direktor des Zürcher Stadtspitals Triemli (bis 2010) stand für den Mediziner Urs Metzger ein Thema besonders im Fokus: die Pathogenese, Prävention und chirurgische Behandlung des Dickdarmkarzinoms. Metzger ist seit 2001 Ehrenmitglied der Krebsliga Schweiz, die er von 1995 bis 1998 präsidierte. Als Mitglied der Expertengruppe Darmkrebsprävention war er massgeblich an der Ausarbeitung des «Kolon Karzinom Programms» (KKP) beteiligt, das eine systematische Darmkrebs-Früherkennung für die Schweizer Bevölkerung im Alter zwischen 50 bis 69 Jahren fordert. Der Antrag auf Kostenübernahme des KKP durch die obligatorische Krankenpflegeversicherung deponierte die Krebsliga Schweiz per Ende April 2011 beim Bundesamt für Gesundheit (BAG). Eines der wichtigsten Anliegen von Urs Metzger war und ist stets, Patientinnen und Patienten sowie ihre Angehörigen fundiert und verständlich zu informieren – sei es im persönlichen Gespräch, anlässlich von Vorträgen und Diskussionen oder mit Hilfe von Broschüren.
«Dieser Preis ist eine grosszügige Anerkennung für meinen bescheidenen bisherigen Beitrag zur Krebsbekämpfung in verschiedensten Bereichen und gleichzeitig ein Ansporn, diese Tätigkeit fortzusetzen. Darmkrebs ist die dritthäufigste Krebserkrankung in unserem Land. Aber im Gegensatz zum Lungenkrebs und zum Brustkrebs sind die Fortschritte der letzten Jahre, um Darmkrebs zu verhindern bzw. erfolgreich zu behandeln, minim. Mehr als die Hälfte der Patientinnen und Patienten haben zum Zeitpunkt der Diagnose bereits Metastasen und benötigen eine intensive Therapie. Dies wäre durch das Kolon-Karzinom-Screening-Programm der Krebsliga weitgehend vermeidbar – konkret: durch regelmässige Früherkennung ab 50 Jahren mittels Stuhlbluttest alle ein bis zwei Jahre oder mittels Darmspiegelung alle zehn Jahre. Für dieses Programm, insbesondere für die Anerkennung der Darmspiegelung als Screening-Methode setze ich mich weiterhin vehement ein.»
Prof. Dr. med. Dr. h.c. Metzger, ehemaliger Chefarzt der Chirurgischen Klinik und Medizinischer Direktor des Zürcher Stadtspitals Triemli, Uitikon
Weitere Informationen:
Darmkrebs nie! Aber wie?
Frühere Preisträger
2010
Prof. Dr. med. Christine Bouchardy, für ihre Arbeiten in der epidemiologischen Krebsforschung, für ihr Engagement für die Krebsregister in der Schweiz und für die Früherkennung und Prävention von Brustkrebs.
2009
Prof. Dr. med. Alois Gratwohl,
ehemaliger Leiter der Abteilung Hämatologie am Kantonsspital Basel, für seine Pionierarbeiten in der Stammzellforschung und -transplantation zur Behandlung von Leukämien.
2008
Prof. Dr. med. Franco Cavalli für sein langjähriges Engagement für die Krebsliga Schweiz, seine grossen Verdienste für die onkologische Aus- und Weiterbildung, seine erfolgreiche Akzentsetzung und Präsenz in internationalen Krebsbekämpfungs¬organisationen und im Besonderen für seine Verdienste als Forscher und Direktor des Onkologischen Instituts der italienischen Schweiz (IOSI).
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